Corporate Social Responsibility

Aus Unternehmen in der Gesellschaft

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„Corporate Social Responsibility“ (übersetzt: gesellschaftliche Verantwortung einer Körperschaft) ist einerseits die Verantwortung, die die Gesellschaft bzw. Interessengruppen einem Unternehmen zuschreiben: faires und transparentes Wirtschaften, Schonung der Umwelt, Erhalt von Arbeitsplätzen, Einhaltung von Sozialstandards am Arbeitsplatz und anderes mehr. Es handelt sich hierbei also um gesetzliche Vorgaben oder gesellschaftliche Erwartungen an das Tun und Lassen eines Unternehmens – mit der Möglichkeit rechtlicher Sanktionen oder der Abstrafung mittels Kaufverhalten. Andererseits kann sich die gesellschaftliche Verantwortung über den Pflichtbereich hinaus zur Kür ausweiten durch freiwillige Übernahme von Verantwortung für gesellschaftliche Anliegen außerhalb der eigentlichen Unternehmenstätigkeit: z. B. Förderung der Kultur durch eine Bank oder Hilfe für Krebskranke Kin-der durch ein Automobilunternehmen.. Unter welchen Gesichtspunkten Unternehmen Verantwortung zugeschrieben bzw. von ihnen übernommen werden kann, verdeutlicht der internationale Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI) mit seinen zahlreichen Indikatoren zur ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Wirkung von Unternehmenshan-deln. Als Unternehmensbürger (Corporate Citizen) kann ein Unternehmen mit diesen Verantwortungsbereichen unterschiedlich umgehen: Die zugeschriebene Verantwortung kann in dem mindest notwendigen Maß angenommen (gesetzliche Bestimmungen einhalten) oder aktiv und engagiert über die gesetzliche Norm hinaus gehend erfüllt werden. Ein Nichthandeln etwa durch das nicht Einhalten von Standards oder Ignorieren von Verantwortungszuschreibungen aus der Gesellschaft kann dann für das Unternehmen zum Skandal führen. Ein gutes Beispiel ist hier die vor Jahren von Shell UK geplante Versenkung der Bohrplattform Brent Spar in der Nordsee. Die Versenkung war legal und von Großbritannien genehmigt, entsprach jedoch nicht den Vorstellungen von umweltverantwortlichem Unternehmenshandelns bei einem großen Teil der deutschen Bevölkerung – mit den bekannten Folgen für Shell Deutschland. Die freiwillige, weiter gehende Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ist für Unternehmen in der Regel nicht zwingend. Ein Nichthandeln in dieser Verantwortungsdimension bietet nicht die Gefahr eines Skandals, son-dern führt allenfalls zur schlechten oder Nicht-Platzierung in Corporate Citizenship- bzw. Responsibility-Rankings, wie z.B. das „Good Company Ranking“ vom ManagerMagazin. Ist ein Unternehmen allerdings im „Pflichtbereich“ schwach oder schlecht aufgestellt, empfiehlt sich eine gewisse Zurückhaltung bei der öffentlichen Proklamierung freiwilligen gesellschaftlichen Engagements, das in seiner Größenordnung u.U. vernachlässigbar ist im Ver-gleich zu den Mängeln oder Schäden im Bereich der Kernverantwortung. Im freiwilligen Bereich kann also das Handeln zum Skandal werden, vor allem, wenn es Negativaspekte im Kerngeschäft kaschieren soll. Die konkrete Verantwortungszuschreibung und damit die Ausgestaltung des Corporate Social Responsibility-Profils wird stark vom Unternehmensgegenstand geprägt und unterscheidet sich somit je nach Branche. Die zugeschriebene bzw. übernommene Verantwortung ist bei einem Automobilunternehmen z.B. stärker von ökologischen Fragen geprägt, während Banken sich z.B. Forderungen nach verantwortlicher Kreditvergabe stellen müssen.

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