Corporate Citizenship:Effizienz steigern – Wirkung messen
Aus Unternehmen in der Gesellschaft
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Das Konzept der London Benchmark Group
Einleitung
Unternehmen übernehmen freiwillig gesellschaftliche Verantwortung und engagieren sich entsprechend. Der Umfang und Wert des Engagements wird in der Regel nach der Geldsumme bemessen, den sie für das Engagement aufwenden. Doch gerade Großunternehmen fällt es schwer, ihr finanzielles Engagement in Gänze zu erfassen, ganz zu schweigen vom Gesamtwert der Personal- und Sachleistungen, die sie in dieses Engagement einbringen. Und noch weniger Unternehmen gehen der Frage nach, welche kurz-, mittel- und langfristigen Ergebnisse [...] sie für das Unternehmen erreichen. Zugleich wächst der Druck auf Corporate Citizenship-Verantwortliche, den Nutzen [...] zu belegen. Und sie suchen nach Mitteln und Wegen, die Entwicklung und Realisierung von Engagementprogrammen und –projekten strategisch planen, steuern und auch evaluieren zu können. Mit einer ähnlichen Ausgangslage haben 1994 einige britische Großunternehmen die London Benchmark Group (kurz: LBG) gegründet: als „Selbsthilfegruppe“ zum Erfahrungsaustausch und zur Entwicklung gemeinsamer Management- und Evaluationsstandards im Feld des gesellschaftlichen Unternehmensengagements. Heute gehören über hundert Unternehmen zu LBG UK [...]. Weitere Unternehmenszusammenschlüsse zu einer nationalen LBG-Gruppe gibt es in Australien, Frankreich, Kanada, Spanien, Tschechien, USA bzw. ist dort im Aufbau – wie jetzt auch in Deutschland. In den USA hat sich vor einigen Jahren der Corporate Giving Standard etabliert [...]. Auch hier sind über hundert meist große Unternehmen dabei (www.givingstandard.org). Erste Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass der LBG-Ansatz für hiesige Corporate Citizenship-Manager interessant und praktikabel ist: Denn es handelt sich um den ersten umfassenden Standard zur Erfassung des tatsächlichen Wertes und der erzielten Wirkungen des gesellschaftlichen Unternehmensen-gagements. Es werden möglichst alle Aufwendungen für die Gesellschaft erfasst und nach Standards kalkuliert, die auch einer kritischen öffentlichen Überprüfung standhalten. Es werden die erzielten Ergebnisse und längerfristigen Folgewirkungen abgebildet und gemessen. Im Mittelpunkt des Interesses steht nicht (mehr) die Summe der Aufwendungen, sondern deren Verhältnis zum Ergebnis. Schließlich stellt das LBG-Modell kluge Fragen, die schon bei der Planung und Entwicklung von Engagementprogrammen und –projekten bzw. bei der Auswahl von Unterstützungsanfragen hilfreich sind. Damit ist das LBG-Modell vor allem ein Managementinstrument, das bei entsprechender Anwendung auch die Ergebnismessung und –evaluation ermöglicht. Das Konzept bietet einen strukturierten Managementprozess für das Corporate Citizenship-Engagement: Von der Entwicklung messbarer Engagementziele über die Klärung erforderlicher Investitionen bis hin zur Mehrung und zum Beleg des return on invest. Das Modell wird nicht von Dritten [...], sondern von den jeweiligen Mitgliedsunternehmen der LBG-Landesgruppe getragen und gemeinschaftlich weiter entwickelt. Zugleich ist das LBG-Modell international anerkannt und schafft eine solide Datengrundlage für eine Corporate Citizenship- / CSR-Berichterstattung nach Standards wie den der Global Reporting Initiative (GRI), zu der LBG kompatibel ist. Schließlich ist das LBG-Modell auch für fördernde wie operative Stiftungen und gemeinnützige Organisationen interessant: Stiftungen erhalten mit dem LBG-Ansatz eine Leitlinie für den ergebnis- und wirkungsorientierten Mitteleinsatz. Gemeinnützige erhalten eine Strukturierungshilfe bei der Anbahnung von Engagementpartnerschaften mit Unternehmen und bei der Aufbereitung von Projekten und Programmen, für die sie Unterstützung bei Unternehmen [...] einwerben wollen.
Das Konzept der London Benchmark Group
Das Modell der London Benchmark Group (LBG) umfasst drei grundlegende Elemente: Erstens wird das freiwillige gesellschaftliche Unternehmensengagement nach der Motivation unterschieden. Zweitens werden Aufwand und Ergebnis des Engagements erfasst, um die unmittelbare Wirksamkeit einzelner Engagementprojekte und –programme als Ganzes zu bewerten. Drittens werden die längerfristigen Engagementfolgen eingeschätzt. Da aber nur evaluierbar ist, was mit entsprechenden (Erfolgs-)Indikatoren geplant wurde, ist das LBG-Konzept in erster Linie ein Managementinstrument zur ziel- und ergebnisorientierten Gestaltung des gesellschaftlichen Unternehmensengagements und der Weiterentwicklung dieses Engagements durch den Leistungsvergleich zwischen den LBG-Mitgliedern. Dabei ist es jedem Unternehmen als LBG-Mitglied überlassen, ob es die erhobenen Daten schließlich veröffentlicht [...].
Informationen zum Artikel
Autor: Dieter Schöffmann
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