Bürgerschaftliches Engagement durch Unternehmen und ihr Personal - eine Chance für soziale Verbände und Einrichtungen - Teil III
Aus Unternehmen in der Gesellschaft
Mit dem ersten Teil dieser Artikelreihe sind Sie vielleicht auf den Geschmack gekommen und haben festgestellt, daß Programme des gemeinnützigen Arbeitnehmerengagements für Arbeitnehmer und Unternehmen genauso nützlich sein können wie für Ihre gemeinnützige Einrichtung. Jetzt bleibt noch die Frage zu beant-worten, wie Sie Unternehmen ansprechen und zu einer Partnerschaft bewegen können und welche Voraussetzungen Sie hierfür in Ihrer Einrichtung schaffen müssen.
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Vorraussetzungen schaffen
Wollen Sie mit Ihrer Einrichtung Unternehmenspartner für gemeinnütziges Arbeitnehmerengagement werden, müssen Sie die folgenden Schritte erfolgreich absolvieren:
Zunächst gilt es, die interne Bereitschaft für eine solche Partnerschaft herauszubilden. Es müssen u.U. Befürchtungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abge-baut werden, daß sich hier eine professionelle Konkurrenz neuer Art herausbilden könnte oder daß schlicht eine zusätzliche Arbeitsbelastung auf sie zukommt. Eine gemeinsame Verständigung über den Nutzen für die Einrichtung insgesamt wie für die beteiligten Mitarbeiter ist also erforderlich. Dies geschieht am besten dadurch, daß die Einsatzmöglichkeiten, der Begleitungsaufwand, der erwartete Nutzen so-wie die Anforderungen an die evtl. zu gewinnenden Unternehmensmitarbeiter konkret definiert werden. Auf dieser Grundlage lassen sich die möglichen internen Konfliktfelder identifizieren und frühzeitig entschärfen. Desweiteren kann auf dieser Basis das entsprechende Projekt bzw. Programm defi-niert und die hierfür möglicherweise infragekommenden Unternehmen identifiziert werden. Hierbei ist es nützlich, auf die Kompetenz von einschlägigen Beratern bzw. Unternehmensverantwortlichen zurückzugreifen, zu denen Sie Kontakt haben. Diese können Ihr Angebot aus der Unternehmensperspektive prüfen, erforderlichenfalls präzisieren und argumentativ auf die Sichtweise und Problemlage von Unternehmen ausrichten.
Unternehmen als Partner gewinnen
Sie haben eine Vorstellung davon entwickelt, wo und wie Unternehmensmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sinnvoll in Ihrer Einrichtung mitwirken können, worin der Nutzen für die Unternehmen liegt und mit welchen Argumenten Sie diese den Unternehmen kommunizieren können. Nun gilt es, die richtigen Unternehmen zu identifizieren und erfolgreich anzusprechen.
Generell gibt es zwei Wege, auf denen potentielle Partner aus der Wirtschaft identifiziert und gewonnen werden können: über vorhandene Kontakte oder durch systematische Recherche. Jede gemeinnützige Organisation verfügt über zahlreiche Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen. Angehörige der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter oder die Ehrenamtlichen selbst sind für ein Unternehmen tätig. Alle Lieferanten sind Wirtschaftsunternehmen. Oder Förderer und Spender, wie z.B. die Wirtschaftsjunioren [1], kommen aus der Wirtschaft. Neben den zahlreichen vorhandenen Kontakten unterschiedlicher Qualität, können Sie auch systematisch nach infragekommenden Unternehmen recherchieren. Haben Sie infragekommende Unternehmen in ihrem Umkreis identifiziert, müssen Sie dort letztendlich zwei Bereiche und die entsprechenden Verantwortlichen ansprechen und überzeugen: die Personal- und die Geschäftsleitung. Die Personalleiter bzw. -entwickler müssen der Idee fachlich zustimmen und an der Entwicklung einer entsprechenden Maßnahme interessiert sein. Ihr Einfluß und Image reicht in Unternehmen jedoch in der Regel nicht soweit, daß ihr Ja zugleich schon das Ja des Unternehmens bedeutet. Daher gilt es, darüber hinaus die Geschäftsführungsebene von der Idee und dem (wirtschaftlichen) Nutzen des gemeinnützigen Arbeitnehmerengagements zu überzeugen.
Informationen zum Artikel
Autor: Dieter Schöffmann
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Quellen
- ↑ In Köln z.B. haben die Wirtschaftsjunioren den Verein Zartbitter unterstützt. Weitere Vereinigungen und Clubs, die hier interessant sein können: Marketing-Club, Rotarier, Lions u.a.m..

