Bürgerschaftliches Engagement durch Unternehmen und ihr Personal - eine Chance für soziale Verbände und Einrichtungen - Teil II
Aus Unternehmen in der Gesellschaft
Ein gemeinnütziges, bürgerschaftliches Engagement durch Unternehmen und ihr Personal ist also für Unternehmen wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nützlich. Soweit der Tenor des ersten Teils dieser Artikelserie. Worin kann nun der Vorteil für Einrichtungen der Wohlfahrt liegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Wirtschaftsbetrieben einen Einblick in die soziale Arbeit zu gewähren und sie eine Zeit lang mitarbeiten zu lassen?
Der Nutzen für gemeinnützige Organisationen
Öffnen sich gemeinnützige Organisationen für eine zeitweilige Mitarbeit von Menschen aus der erwerbswirtschaftlichen Sphäre, können sie mit praktisch wirksamer Arbeitsleistung, Kompetenz- und Informationstransfer, langfristig wirksa-men Beziehungen in die Wirtschaftswelt sowie mit produktiven Irritationen rechnen. Das andere Berufs- und Lebensverständnis, der unverständige, staunende bis hinterfragende Blick der Managerin oder des Mitarbeiters z.B. eines Industrieunternehmens auf die Arbeit der Wohlfahrtseinrichtung, dies alles kann erhellende An-regungen zur Weiterentwicklung der eigenen Arbeit und Einrichtung bringen. Die Unternehmensmitarbeiter können spezifisches Know how einbringen: in Managementfragen, in der Entwicklung und Durchsetzung von Projektideen gegen äußere Widerstände, bei der Verbesserung des Marketings für die soziale Dienstleistung und in vielen anderen Fragen. Schließlich können aus diesen Begegnungen langfristige, auch materiell sich auszahlende Beziehungen werden: Im ersten Teil habe ich schon erwähnt, daß der überwiegende Teil der Seitenwechsel-Absolventen auch nach Abschluß der Maßnahme den Kontakt hält und z.B. Fördermitglied wird (BFS-Info 3/00, S. 15). Die große US-amerikanische Fundraisingorganisation United Way, die jährlich in Unternehmen und bei deren Mitarbeitern Geld für soziale Zwecke sammelt, startet ihre Fundraising-Kampagnen mit einem "Day of Caring". An diesen "Tagen des Kümmerns" arbeiten Gruppen von Unternehmensmitarbei-tern einen Tag in sozialen Einrichtungen, die sie mit ihren Spenden unterstützen. Die Teilnehmer erhalten einen bleibenden Eindruck von den Einrichtungen und ihrer Arbeit und damit eine greifbare Motivation, auch zukünftig für sie zu spenden.
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Autor: Dieter Schöffmann
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